Der perfekte Run of Show Guide: Vom Konzept zur Cue-Liste
Lernen Sie, wie Sie einen professionellen Run of Show von Grund auf erstellen. Diese Masterclass behandelt Struktur, Timing und technische Cues.

Eine professionelle Live-Show steht und fällt mit der Vorbereitung. Ob Firmenkongress, Award-Show oder großes Live-Event – Regie und Technik verlassen sich auf ein einziges Dokument: den Ablaufplan (Rundown). In dieser Masterclass lernen Sie, wie Sie ein Dokument erstellen, das nicht nur die Rednerreihenfolge angibt, sondern als Herzschlag Ihrer gesamten Produktion fungiert.
Schritt 1: Die Anatomie eines professionellen Rundowns
Ein effektiver Run of Show beginnt bei der Basisstruktur. Denken Sie statt einer einfachen Zeitliste in „Blöcken“. Ein Block ist eine logische Einheit in Ihrem Programm, wie „Eröffnung“ oder „Podiumsdiskussion 1“.
Die Blockstruktur
Unterteilen Sie Ihre Show in große Segmente. Dies hilft der Crew, bei langen Produktionstagen den Überblick zu behalten. Jeder Block enthält dann einzelne Elemente (Cues). Eine gute Faustregel ist, jedem Element eine eindeutige ID zu geben. Nutzen Sie ein logisches System, z. B. 101 für das erste Element in Block 1 und 201 für das erste in Block 2.
Schritt 2: Spaltendesign pro Disziplin
Im perfekten Run of Show Guide darf die Spaltenaufteilung nicht fehlen. Informationsüberflutung ist ein Risiko; daher muss jede Spalte einem Zweck dienen. Essenzielle Spalten sind:

- ID/Cue-Nummer: Für die schnelle Kommunikation über Intercom.
- Item/Beschreibung: Was passiert auf der Bühne?
- Audio/Mikrofone: Welche Kanäle sind offen? Gibt es Hintergrundmusik?
- Video/Grafik: Welches Video startet? Welche PowerPoint-Folie muss sichtbar sein?
- Licht: Welche Stimmung oder welcher „Look“ wird benötigt?
Für einen rationalisierten Workflow nutzen viele Profis eine Cue-Sheet-App, um diese Daten zentral zu verwalten. Dies verhindert, dass der Lichttechniker in eine veraltete Excel-Version schaut, während die Regie bereits Änderungen vorgenommen hat.
Schritt 3: Timing-Strategie – Uhrzeit vs. Dauer
Ein häufiger Fehler von Anfängern ist das ausschließliche Vertrauen auf die Uhrzeit (z. B. 20:00 Uhr). In der Praxis läuft eine Show fast immer vor oder nach dem Zeitplan. Daher verwendet ein erfahrener Showcaller zwei Arten von Timing:
- Duration (Dauer): Wie lange dauert dieser Teil exakt? (z. B. 03:00 Minuten).
- Clock Time (Uhrzeit): Die erwartete Startzeit basierend auf der kumulierten Dauer.
Wenn ein Sprecher 2 Minuten überzieht, verschiebt Ihre Software die Uhrzeiten aller folgenden Punkte automatisch. Dies ist entscheidend für die Regie, um zu entscheiden, wo später Zeit eingespart werden kann.
Schritt 4: Cue-Nummerierung und Terminologie
Klarheit bedeutet Sicherheit. Ein Cue muss kurz, prägnant und handlungsorientiert sein. Vermeiden Sie vage Beschreibungen. Die folgende Tabelle zeigt den Unterschied zwischen einem amateurhaften und einem professionellen Ansatz.

| Schlechte Beschreibung | Professioneller Cue | Grund |
|---|---|---|
| "Musik stoppt, wenn er beginnt" | "FADE OUT Music on GO" | Gibt Aktion und Trigger an. |
| "Video über Nachhaltigkeit" | "START VTR 01 - Sustainability" | Spezifiziert Datei und Medium. |
| "Licht geht an" | "LIGHTS UP - Look 2 (Warm)" | Bezieht sich auf ein Preset. |
Die Verwendung einer standardisierten Cue-Liste stellt sicher, dass die Technik genau weiß, wann ihr „GO“ zu erwarten ist.
Schritt 5: Zusammenarbeit mit der technischen Crew
Ihr Rundown ist ein lebendes Dokument. Während der Aufbautage wird die Technik Feedback zur Machbarkeit geben. Vielleicht braucht der Audio-Ingenieur mehr Zeit für einen Mikrofonwechsel. Nutzen Sie die Features Ihres Planungstools, um diese Anmerkungen direkt zu verarbeiten.

Ein wichtiger Aspekt bei webbasierten Tools wie Show Caller Software ist die Verbindung. Da professionelle Tools oft in Echtzeit über WebSockets synchronisieren, ist stabiles Internet essenziell. Planen Sie immer ein 4G/5G-Failover (Hotspot) ein.
Schritt 6: Die Rehearsal-Checkliste
Bevor der erste Besucher den Saal betritt, muss der Rundown beim „Technical Run-through“ getestet werden:

- Sind alle Cue-Nummern fortlaufend und logisch?
- Hat jeder Techniker Zugriff auf die neueste Version des Run of Show?
- Sind die Übergänge zwischen den Blöcken geübt?
- Gibt es ein Backup-Szenario für fehlende Sprecher?
- Funktioniert die Synchronisation mit den Backstage-Monitoren?
Behalten Sie bei den Proben auch die Kosten für zusätzliche Technik im Auge; prüfen Sie die Pricing-Seite Ihrer Lieferanten bei Last-Minute-Bedarf. Mehr zur Methodik finden Sie auf unserer Über uns-Seite.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen einem Regiebuch und einem Run of Show?
Ein Regiebuch enthält oft Logistik (Transport, Catering), während sich ein Run of Show rein auf die technische Ausführung und das Timing auf der Bühne konzentriert.
Wie gehe ich mit Last-Minute-Änderungen um?
Nutzen Sie Software mit „Drag-and-Drop“. Dadurch werden alle Nummern und Zeiten sofort für die gesamte Crew neu berechnet.
Muss jede Folie einer Präsentation in den Rundown?
Nein, das wird zu unübersichtlich. Notieren Sie nur den Start und wichtige Cues für Audio oder Licht innerhalb der Präsentation.
Wie kommuniziere ich Cues während der Show?
Der Showcaller gibt Cues mündlich über Intercom (z. B. Riedel) und visuell über einen digitalen Rundown, der live mitläuft.
Was, wenn das Internet während der Show ausfällt?
Nutzen Sie nach Möglichkeit Ethernet und halten Sie einen 4G/5G-Router als aktives Backup bereit.
Für weitere Anleitungen besuchen Sie unsere Dokumentation oder unseren Blog. Bei Fragen kontaktieren Sie uns unter Kontakt.